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Humanes sterben

Auch hier bin ich voller Widersprüche. 

Meine Einstellung zum Leben ist, es gibt nichts wichtigeres und nicht kostbareres als unser Leben. Ich trauere um jedes Leben das sinnlos vergeudet wird. Kein Mensch hat das Recht Leben zu nehmen. Kein Arzt kein Henker kein Mörder und auch keine Gesellschaft.

Doch bin ich zu oft bereit mein Leben einfach wegzuwerfen, weil es für mich unerträglich ist. 

Mir fehlt oft das Verständnis wenn ich höre, das sich jemand getötet hat. Gab es da wirklich keine andere Möglichkeit als Selbstmord? Doch verlange ich Verständnis für mich.

Den Entschluss zu sterben, darf ihn jeder für sich selber treffen? Darf ich das für mich beanspruchen und bei anderen ablehnen? Diese Widersprüche kann ich nicht richtig verarbeiten.

Bei dem grausamen Sterben das manche Selbstmörder erleiden, würde bei Tieren nicht nur der Tierschutzverein auf die Barrikaden gehen. Das sich aber Menschen, mit eigentlich ungeeigneten Mitteln, sich das Leben nehmen wird allgemein akzeptiert. Müsste es nicht auch eine Organisation geben, die auch "gesunden" Menschen beim sterben hilft. Darf es so etwas geben? Es darf es nicht geben! Aber dürfen Menschen grässlicher sterben als Tiere. Es sollte, es darf nicht, ich weis keine Lösung.

Wenn ich mich töten will kann ich mir die Mittel selber herstellen. Es ist grausam aber sicher. Darf ich mein Wissen weitergeben? Soll ich mögliche sichere Tötungsmethoden an andere weiterzugeben? Mit dem Wissen jemanden getötet zu haben noch weiterleben? Nein, das will und kann ich nicht. Doch für mich nehme ich es in Anspruch.

Vielleicht muss sich die Gesellschaft in ihrer Einstellung zum Leben wieder ändern. Ob es besser wird weis ich nicht.

Zu viele Widersprüche. Nehme ich mir zu viele Rechte? Gestehe ich Anderen die Rechte, die ich für mich beanspruche, nicht zu? Ich weis es nicht.

hartmut der Unwissende